| Ein Rundgang auf der knapp 2 km langen und bis zu
25 m hohen Stadtmauer von Dubrovnik bietet nicht nur eine schöne Aussicht,
sondern vermittelt auch einen guten Überblick über die Anlage
der Stadt.
Dubrovnik hieß bis zum 1. Weltkrieg Ragusa und war
im 7. Jh. von römischen Flüchtlingen auf einer Felsinsel gegründet
worden. Etwa zeitgleich entstand gegenüber auf dem Festland eine
slawische Siedlung, die Dubrava hieß. Im 13. Jh. wurden beide Siedlungen
durch Aufschüttung der Meerrinne zusammengeführt und von einer
Festungsmauer umgeben.
Über
der ehemaligen Meerrinne entstand die 300 m lange Hauptstraße Stradun
(Placa), die die Altstadt deutlich in zwei Teile gliedert und auf ihrer
gesamten Länge von Ost nach West durchzieht. Die Straße mündet
in den Luza-Platz am alten Hafen. Hier konzentrieren sich die ehemaligen
Repräsentativ-Bauten der Stadt wie Rektorenpalast,
Rathaus, Zollamt und Kathedrale.
Die einstige Freie Republik Ragusa war seit dem
14. Jh. eine mächtige und reiche Seehandelsstadt. Über Jahrhunderte
war es Ragusa mit Hilfe einer gewaltigen Stadtmauer und geschickter Diplomatie
gelungen, sämtlichen Eroberungsversuchen zu trotzen und ihren autonomen
Status zu bewahren. Ragusa hatte bereits seit 1272 eine eigene Verfassung
und führte auch sehr früh ein öffentliches Gesundheits-
und Sozialsystem ein. Im Franziskaner-Kloster, am Anfang des Stradun,
kann noch heute eine der ältesten Apotheken Europas aus dem Jahr
1319 besichtigt werden.
Bei einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1667 wurde die
Stadt fast vollständig vernichtet und ein Großteil der Bevölkerung starb.
Die Stadt wurde von den Überlebenden zwar wieder nach Originalplänen
aufgebaut, ihre Vormachtstellung im Seehandel hatte sie inzwischen jedoch
an das erstarkte Venedig verloren.
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